Jeder hat seinen Preis

9. Dezember 2014

Erst vor kurzem war es in der Zeit zu lesen: „Einer der größten kapitalistischen Träume ist gerade dabei, in Erfüllung zu gehen.“ Gemeint ist die Vollendung der Preisdiskriminierung, mit der jedem einzelnen Kunden der Höchstpreis berechnet werden kann, also alles, was er für die Leistung zu zahlen bereit ist.

Zumeist gibt es keinen objektiv richtigen Preis einer Ware. Es gibt nur persönliche Werteinschätzungen. Das diese Einschätzung, die Preisbereitschaft, stark schwanken kann, weiß jeder, der bei sonderangebotePlatzregen einen Regenschirm von einem fliegenden Händler kaufen möchte. Es gibt vielfach keinen „Marktpreis“.

Unternehmen in den USA, der Schweiz und in Frankreich haben bereits vorgelegt, in Deutschland gehört das Berliner Start-Up So1 (Segment of One) zu den Pionieren in Sachen „Pricing Intelligence“.

Sind nun Sonderangebote, wie wir Sie heute kennen, in Gefahr? Für Händler und Hersteller sind individuelle Rabatte vorteilhaft. Schließlich werden heute noch regelmäßig Sonderangebote an Kunden „verschleudert“, die die Ware auch zum Normalpreis kaufen würden. Oder der Rabatt ist viel höher als nötig.

Aber welchen Vorteil hat der Kunde? Einheitspreise schaffen Gewinner und Verlierer. Was dem einen fast schon zu teuer ist, wäre dem anderen eigentlich mehr wert. So subventionieren wir uns gegenseitig, vom Schokoriegel bis zur Taxifahrt. Und nun? Es wird weiter Gewinner und Verlierer geben. Aber auch die Verlierer werden zufriedener sein … q. e. d.

 

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